Schluss mit dem Unterrichtsausfall!
Erschienen in der ersten Ausgabe von “Klassen-Kampf” (März 2009) auf Seite 5.
Seit mehreren Jahren weisen Statistiken kontinuierlich einen durchschnittlichen Vertretungsbedarf von 10% aus. Fehlt ein Lehrer langfristig vergehen oft Monate bis Ersatz kommt und es wird unmöglich den Lehrplan zu erfüllen.
Die Folgen sind, dass weniger Wissen vermittelt wird. Der Ausfall ist besonders schlimm, wenn die Schüler vor Klassenarbeiten oder zentralen Prüfungen stehen, denn dort wird auf die Ausfälle keine Rücksicht genommen. Vor allem Schüler aus einkommensschwachen Haushalten sind betroffen, denn sie können Unterrichtsausfall nicht durch private Nachhilfe ausgleichen.
Auch die Qualität des Unterrichts leidet, da Vertretungen den Unterricht nicht genau so weiterführen können. Und wenn dann auch noch Lehrer in Rente gehen und vom Senat nicht durch Neue ersetzt werden, bedeutet das entweder eine weitere Arbeitszeitverlängerung für die Lehrer, oder den Wegfall von Unterrichtsangeboten für die Schüler.
Bildungssenator Zöllner (SPD) sieht das allerdings anders. Er verschließt die Augen vor den zahlreichen Statistiken und Erfahrungsberichten der Lehrer und Schüler und verordnet Unterricht am Limit. Mit einer Schulreform vor einigen Jahren wurden alle Schulen nur noch mit 100% Lehrern ausgestattet. Zusätzlich erhalten alle Schulen 3% der Personalkosten um eigenen Vertretungsunterricht zu für alle fehlenden Lehrer zu organisieren. Da die Ausfallquote durchschnittlich nicht 3% sondern 10% beträgt, geht Zöllners Rechnung nicht auf und die Schulen sind noch immer nicht in der Lage, den Unterrichtsausfall auszugleichen. Abgesehen davon stellt es die Schulleitungen vor große Probleme, innerhalb von kürzester Zeit einen neuen Lehrer zu finden. durch ständig wechselnde Vertretungslehrer sinkt außerdem die Qualität des Unterrichts, da diese keine Chance haben bei unbekannten Schülern ausreichend auf Stärken und Schwächen einzugehen.
SDAJ
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