Dich kennen wir schon: Repression
Dieser Artikel erschien in der zweiten Ausgabe der Zeitung “Klassen-Kampf” (Mai 2009) auf Seite 7.
In den letzten Jahren hat sich leider immer wieder gezeigt, dass streikende Schüler bei Schulleitern oft nicht nur auf Unverständnis gestoßen sind, sondern auch immer wieder mit Repression konfrontiert wurden. Die Palette von Maßnahmen, die sich Schulleiter ausgedacht haben, um uns unter Kontrolle zu behalten, reicht von unentschuldigten Fehltagen und 6en bis zum Einschließen in Schulen und Tadeln. Solche Versuche, Protest zu unterbinden sind nicht nur unverschämt, sondern teilweise auch illegal. „Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln“ (Grundgesetz, Artikel 8)
Hier sind einige Tipps, wie Ihr den häufigsten Maßnahmen entgehen könnt:
Fehltage: Gegen Fehltage lässt sich leider nicht viel machen. Wenn ihr allerdings von euren Eltern ein Entschuldigungsschreiben bekommt oder ein Attest vom Arzt habt, also gar nicht gestreikt habt, sondern „krank“ ward, dann sieht der Streiktag auf dem Zeugnis aus wie ein Krankheitstag.
Schlechte Noten: Schlechte Noten dürfen euch Lehrer nur geben, wenn an diesem Tag eine Klassenarbeit oder ein Test geschrieben wurde. Ist das nicht der Fall, muss die Stunde genauso bewertet werden, wie wenn ihr krank gewesen wärt - also gar nicht!
Schulverweise: Schulverweise sind ein sehr drastisches Mittel, sie werden deshalb auch nur sehr selten ausgesprochen. Damit ihr einen Verweis bekommt, muss jedoch die Schulkonferenz zustimmen, in der je 2 Lehrer, Eltern und Schüler sitzen. Es ist also leicht machbar, dort eine Mehrheit gegen den Verweis zu bekommen.
Aber auch die Schüler, die ohne Ärger durch die Schule gekommen sind, oder sich nicht haben einschüchtern lassen, können durchaus noch welchen bekommen. In den letzten Jahren hat die Berliner Polizei gezeigt, das sie auch nicht davor zurückschreckt, friedlichen Schülern z.B. die Nasen zu brechen (22. Mai 2008). Immer wieder kam es zu Übergriffen der Polizei und auch vereinzelt zu festnahmen. Deshalb hier noch ein paar Tipps wie Ihr euch auf der Demo verhalten solltet:
1. Geht wenn möglichst mit Freunden zur Demo, passt auf einander auf und weist einander auf Gefahren hin.
2. Trinkt keinen Alkohol und nehmt keine Drogen! Falls es wieder einmal zu einer kritischen Situation kommen sollte, braucht ihr einen ungetrübten Verstand und müsst schnell reagieren können.
3. Verhaltet euch in allen Situationen ruhig und besonnen. Rennt auf keinen Fall panisch los! Polizisten haben einen Tunnelblick für alles was rennt.
4. Wenn ihr festgenommen werdet, ruft umstehenden Leuten euren Namen und euer Geburtsdatum zu! Redet nicht mit den Cops, nicht einmal über das Wetter! Ihr müsst ihnen nur das sagen was auf eurem Personalausweis steht. In einer solchen Situation versucht die Polizei gerne mit nettem Zureden die Angst der Verhafteten auszunutzen und ihnen Geständnisse unterzujubeln. Unterschreibt nichts! Auch wenn Cops gern etwas anderes behaupten, seid ihr nie dazu verpflichtet! Euch dürfen auch nie Nachteile darauf erwachsen, dass ihr erst mal gar nichts gesagt habt - auch zu den abstrusesten Vorwürfen könnt ihr euch immer noch später äußern!
5. Wenn ihr festgenommen wurdet oder Festnahmen beobachtet, ruft den Ermittlungsausschuss (EA) an, der kümmert sich um euch. Sagt nichts über den Tatvorwurf oder gar, war ihr „wirklich“ getan habt, der EA wird abgehört! Wenn ihr wieder rauskommt, meldet euch beim EA ab, weil sonst nach euch gesucht wird. Telefon: 030-6922222
6. Wenn ihr wieder zu Hause seid, schreibt ein privates Gedächtnisprotokoll über die Ereignisse, damit ihr euch auch nach Monaten erinnern könnt, falls ihr Ärger mit der Polizei bekommt.
Von: Anna & Arthur
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