Boss-Napping: Manager von Streikenden entführt
Diesee Meldung erschien in der zweiten Ausgabe der Zeitung “Klassen-Kampf” (Mai 2009) auf Seite 5.
Es ist Krise und während man in Deutschland schufften geht in der Hoffnung, dass irgendwann wieder alles besser wird, haben sich französische Arbeiter eine neue Form des Protestes einfallen lassen. Sie bemerkten wie wir auch, dass viele Chefs noch nicht einmal dazu bereit sind mit ihren Angestellten über Probleme zu reden, weshalb sie sich eine neue Aktionsform ausgedacht haben: das „Bossnapping“.
Wie der Name schon vermuten lässt wird hierbei der Boss gekidnappt. Das heißt aber nicht, dass man diesen einfach wie im Actionfilm in einen Kofferraum sperrt und durch die Gegend chauffiert (wäre natürlich auch lustig, aber es hat ja nicht immer jemand eine Kamera dabei), sondern das man ihn einfach nicht mehr aus seinem Büro heraus lässt, wodurch er zu Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern gezwungen ist.
Diese für viele unerwartete und drastische Aktionsform zeigt die ganze Wut französischer Angestellter und hat auch schon für erste Erfolge gesorgt, so hat sich zum Beispiel der Caterpilar-Manager (ihr wisst schon Caterpillar sind die mit den Baggern und Bulldozern) dazu bereit erklärt weniger Stellen zu streichen als geplant. Ob zu den 6 bekannten „Bossnapping“-Aktionen (u.a. bei Sony) noch welche hinzukommen und ob dieses Aktionskonzept auch in anderen Ländern Anklang findet, wird man sehen. Gerüchten zu Folge haben einige Manager schon schlotternde Knie. Es bleibt abzuwarten, ob Schüler und Studenten auf die Idee kommen, diese Aktionsform in den kommenden Bildungsproteste aufzugreifen.
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