Terroristenjagd: Schulstreiker von Polizei gesucht
Diese Meldung erschien in der zweiten Ausgabe der Zeitung “Klassen-Kampf” (Mai 2009) auf Seite 6.
Mit Fahndungsplakaten werden nicht nur vermeintliche Al-Qaida-Terroristen gejagt. Die Berliner Polizei hält 37 Schüler für gefährlich genug, um nach ihnen mit öffentlich ausgehängten Fahndungsplakaten zu suchen. Vorgeworfen wird ihnen, sich am 12. November am bundesweiten Schulstreik und der Streikdemo in Berlin beteiligt zu haben. Bei dieser Demonstration für eine ganz andere Bildungspolitik, an der sich 10.000 Schülerinnen und Schüler beteiligten, kam es zu eine kurzfristigen Besetzung der Humboldt Universität. Während dieser Besetzung wurden ein paar Manager, die sich das Audimax der Uni für ein Meeting gemietet hatten, aufgeschreckt und unzählige Klopapierollen durch die Gegend geworfen.
Leider wurde in dieses ganzen Trubel auch eine Ausstellung über jüdische Unternehmen während der Nazizeit beschädigt. Politik, Medien und Polizei nutzten diesen bedauerlichen Zwischenfall um den Schulstreik zu kriminalisieren. Der Höhepunkt dieser Kriminalisierung sind die Fahndungsplakate, welche die Polizei seit April aushängt. Den Abgebildeten wird u.a. besonders schwerem Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und Volksverhetzung unterstellt.
Es ist wichtig sich von der Polizei nicht einschüchtern zu lassen. Sorgt dafür das die Fahndungsplakate in euren Schulen nicht hängen. Und nicht vergessen: Petzen sind das letzte. Denn auf den Fahndungsfotos sind zwar nur 37 SchülerInnen, doch gemeint sind wir alle.
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