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Demo: GelöbNIX! Die Bundeswehr zum Rückzug zwingen!

Am 20. Juli wird die Bundeswehr wieder zum pseudo-öffentlichen Gelöbnis vor dem Reichstagsgebäude antreten. Die riesige Militärzeremonie, bei der neue Rekruten ihren Eid zur “tapferen Verteidigung des deutschen Volkes” abgeben, soll der Bundeswehr den Schein demokratischer Normalität verleihen. Zugleich dient sie der Selbstvergewisserung des Militärs – eben jenes Militärs, das weltweit für Krieg, Mord und Zerstörung steht und das sich zunehmend auf den bewaffneten Inlandseinsatz gegen DemonstrantInnen und Streikende vorbereitet.

Grund genug, das vor allem während der NS-Zeit beliebte Militaristenspektakel durcheinander zu bringen und die Bundeswehr zum Rückzug zu zwingen! Die Rekruten und handverlesenen Gäste des Gelöbnisses werden sich um 17.30 im Bendlerblock versammeln und von dort aus um 18.30 mit Bussen zum Reichstagsgebäude fahren. Dort beginnt um 19.30 das Gelöbnis, Dauer: ca. eine Stunde.

Es gibt eine gemeinsame Auftaktkundgebung, die um 17 Uhr am Potsdamer Platz beginnt. Von dort aus geht es dann sowohl zu Fuß als auch per Fahrrad, Inlinern oder anderen Fortbewegungsmitteln in Richtung Reichstag zur gemeinsamen Abschlusskundgebung. Ziel ist es, das Bundeswehr-Gelöbnis zu verhindern oder effektiv zu behindern. Machen wir den Militaristen klar, was wir von ihnen halten!

Weitere Infos: Kampagnenwebsite GelöbNix, Artikel in der jungen Welt (02.07.) zum Gelöbnis und den Wurzeln in der NS-Zeit

GelöbNix-Demo | 20.07.09 | 17:00 | Potsdamer Platz

Presse-Ansprechpartner:
SchülerInnen-Initiative “Bildungsblockaden einreißen!”: Florian Bensdorf (0176 - 512 22 147); be-presse [at] schulstreik-berlin [dot] de

16.5.: Bildungsblock auf DGB-Demo

Demonstration des DGB für eine Krisenpolitik im Sinne der Beschäftigten, und Arbeitslosen, SchülerInnen und RentnerInnen, Auszubildenden und Studierenden. Es wird einen eigenen Block von SchülerInnen und Studierenden geben um unsere Forderungen nach einer kostenfreien und selbsbestimmten Bildung lautstark ausdruck zu verleihen.

Aufruf vom Berliner Koordinierungstreffen Bildungsstreik2009

11:00 Gedächtniskirche (Breitscheidplatz)

Artikel von Klassen-Kampf #2

Nur noch 20 Minuten Zeit - und es fehlen immer noch einige wichtige Sätze und die Rechtschreibkorrektur war bisher auch alles andere als gründlich. Was hier beschrieben wird ist nicht etwa die letzte Deutsch-Klausur einiger Schulstreik-Aktivisten, auch wenn die so ähnlich aussah. Aber hier geht es um die zweite Ausgabe der Massenzeitung “Klassen-Kampf” (download), die am 12. Mai erschienen ist. Hier findet ihr nun alle Artikel ganz bequem online:

Außerdem haben wir hier einige der Kurzmeldungen in den Spalten ausgewählt:

Wenn ihr eure Meinung über die Zeitung loswerden möchtet, könnt ihr euch gerne an klassenkampf [at] schulstreik-berlin [dot] de wenden!

Naziangriff auf Schüler in NRW

Diesee Meldung erschien in der zweiten Ausgabe der Zeitung “Klassen-Kampf” (Mai 2009) auf Seite 3.

Eine böse Osterüberraschung mussten zehn Schüler, darunter acht Aktivisten der LandesSchülerVertretung, in Essen am Ostersamstag erleben. Am Bahnhof wurden sie plötzlich von einer größeren Gruppe bewaffneter Nazis bedrängt.

Die Nazis verletzten mit Teleskopschlagstöcken und Pfefferspray drei Schüler. Am 8. Mai will die rassistische Initiative proKöln ihren sogenannten Anti-Islamisierungskongress wiederholen. Schon jetzt versuchen Neofaschisten an Schulen für das menschenverachtende Weltbild dieser Gruppe zu werben. „Solche Übergriffe sind die traurigen Folgen einer Ideologie, die alle Menschen, die irgendwie anders sind, schon einmal für minderwertig und lebensunwert erklärt hat ganz egal ob sie nun ausländisch, muslimisch oder links-alternativ aussehen“, erklärt Lara Turek von der LSV NRW, die selbstbetroffen war.

Von Seiten der Polizei wird der Vorfall runtergespielt. „Die drei verletzten konnten noch eigenständig den Notruf anrufen und später nach Hause gehen – schwerverletzt können die nicht gewesen sein“, positioniert sich ein Sprecher der Polizei Essen eindeutig. Einen rechten Hintergrund der Täter könne man noch nicht sehen, aber es würde natürlich auch in diese Richtung ermittelt.

Die LSV NRW nimmt die Attacle unterdessen zum Anlass, ihr Engagement gegen Rassismus und Gruppen wie „proKöln“ zu verstärken.

Teile der Uni Leipzig besetzt

Diesee Meldung erschien in der zweiten Ausgabe der Zeitung “Klassen-Kampf” (Mai 2009) auf Seite 2.

Seit dem 15. April sind Teile der Universität Leipzig besetzt. Etwa 50 Aktivisten besetzten das Geisteswissenschaftliche Zentrum der Universität. Sie protestieren damit gegen die untragbaren Studienbedingungen die als Folge des „Bologna-Prozesses“ und der massiven Unterfinanzierung der Bildungseinrichtungen überall zu spüren sind.

Bereits am zweiten Tag der Besetzung zogen die Aktivisten in 5 Räume des Neuen Seminar-Gebäudes um – denn eines war klar: Die Diskussion um Bildungsblockaden und die Frage, wie sie eingerissen werden können, braucht Zeit und Raum. Seit mehreren Wochen wohnt, kocht und diskutiert die sehr gemischte Gruppe in den besetzten Räumen gemeinsam. „Den ganzen Tag lang gibt es hier Infostände und offene Workshops für alle, in denen wir mit allen interessierten über die Probleme im Bildungsbereich und gesellschaftliche Gründe dafür diskutieren“, so eine Besetzerin. Unter den anderen Studierenden und auch bei einigen Professoren gebe es viel Zustimmung für die Aktion. Auch vom Rektorat der Universität würde mit Verständnis reagiert. „Als nächstes steht bei uns eine stärkere Vernetzung mit dem Bildungsstreik an. Und vielleicht können wir es auch in Deutschland irgendwann schaffen, dass alle Universitäten und Schulen mehrere Wochen dicht bleiben.“

Terroristenjagd: Schulstreiker von Polizei gesucht

Diese Meldung erschien in der zweiten Ausgabe der Zeitung “Klassen-Kampf” (Mai 2009) auf Seite 6.

Mit Fahndungsplakaten werden nicht nur vermeintliche Al-Qaida-Terroristen gejagt. Die Berliner Polizei hält 37 Schüler für gefährlich genug, um nach ihnen mit öffentlich ausgehängten Fahndungsplakaten zu suchen. Vorgeworfen wird ihnen, sich am 12. November am bundesweiten Schulstreik und der Streikdemo in Berlin beteiligt zu haben. Bei dieser Demonstration für eine ganz andere Bildungspolitik, an der sich 10.000 Schülerinnen und Schüler beteiligten, kam es zu eine kurzfristigen Besetzung der Humboldt Universität. Während dieser Besetzung wurden ein paar Manager, die sich das Audimax der Uni für ein Meeting gemietet hatten, aufgeschreckt und unzählige Klopapierollen durch die Gegend geworfen.

Leider wurde in dieses ganzen Trubel auch eine Ausstellung über jüdische Unternehmen während der Nazizeit beschädigt. Politik, Medien und Polizei nutzten diesen bedauerlichen Zwischenfall um den Schulstreik zu kriminalisieren. Der Höhepunkt dieser Kriminalisierung sind die Fahndungsplakate, welche die Polizei seit April aushängt. Den Abgebildeten wird u.a. besonders schwerem Landfriedensbruch, gefährlicher Körperverletzung und Volksverhetzung unterstellt.

Es ist wichtig sich von der Polizei nicht einschüchtern zu lassen. Sorgt dafür das die Fahndungsplakate in euren Schulen nicht hängen. Und nicht vergessen: Petzen sind das letzte. Denn auf den Fahndungsfotos sind zwar nur 37 SchülerInnen, doch gemeint sind wir alle.

Boss-Napping: Manager von Streikenden entführt

Diesee Meldung erschien in der zweiten Ausgabe der Zeitung “Klassen-Kampf” (Mai 2009) auf Seite 5.

Es ist Krise und während man in Deutschland schufften geht in der Hoffnung, dass irgendwann wieder alles besser wird, haben sich französische Arbeiter eine neue Form des Protestes einfallen lassen. Sie bemerkten wie wir auch, dass viele Chefs noch nicht einmal dazu bereit sind mit ihren Angestellten über Probleme zu reden, weshalb sie sich eine neue Aktionsform ausgedacht haben: das „Bossnapping“.

Wie der Name schon vermuten lässt wird hierbei der Boss gekidnappt. Das heißt aber nicht, dass man diesen einfach wie im Actionfilm in einen Kofferraum sperrt und durch die Gegend chauffiert (wäre natürlich auch lustig, aber es hat ja nicht immer jemand eine Kamera dabei), sondern das man ihn einfach nicht mehr aus seinem Büro heraus lässt, wodurch er zu Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern gezwungen ist.

Diese für viele unerwartete und drastische Aktionsform zeigt die ganze Wut französischer Angestellter und hat auch schon für erste Erfolge gesorgt, so hat sich zum Beispiel der Caterpilar-Manager (ihr wisst schon Caterpillar sind die mit den Baggern und Bulldozern) dazu bereit erklärt weniger Stellen zu streichen als geplant. Ob zu den 6 bekannten „Bossnapping“-Aktionen (u.a. bei Sony) noch welche hinzukommen und ob dieses Aktionskonzept auch in anderen Ländern Anklang findet, wird man sehen. Gerüchten zu Folge haben einige Manager schon schlotternde Knie. Es bleibt abzuwarten, ob Schüler und Studenten auf die Idee kommen, diese Aktionsform in den kommenden Bildungsproteste aufzugreifen.

Studis wollen Streik: Vollversammlungen in Berlins Unis

Diesee Meldung erschien in der zweiten Ausgabe der Zeitung “Klassen-Kampf” (Mai 2009) auf Seite 4.

Zur Vorbereitung des bundesweiten Bildungsstreiks hat es an den Berliner Universitäten studentische Vollversammlungen gegeben. Die Themen reichten von der Protestwochenplanung über den Streß mit dem Bachelor und die allgemein schlechten Studienbedingungen bis zur Finanzmisere der Hochschulen.

Überschattet wurde die FU-Vollversammlung, die sich auch gegen den Demokratieabbau an Unis aussprach, von einer Aktion der Berliner Polizei. Sie sicherte sich offenbar einen Audiomitschnitt.
Bereits jetzt planen die Studenten Protestaktionen in über 20 Städten und es besteht die akute Gefahr, das diese wie schon der letzte Schulstreik in Berlin kriminalisiert werden.

Auch in Potsdam schlossen sich die Studierenden bei einer VV den Bildungsprotesten an. Mit überwältigender Mehrheit verabschiedeten 541 der 555 Anwesenden vier Kernforderungen. Neben der Verbesserung der Lernbedingungen und mehr Selbstbestimmung fordern sie vor allem eine Demokratisierung des Bildungssystems und kostenfreie Bildung für alle frei von Selektion und Konkurrenzdenken.

Politik? Geh mal wech!
Politik ist bei Jugendlichen unpopulär. Warum eigentlich?

Dieser Artikel erschien in der zweiten Ausgabe der Zeitung “Klassen-Kampf” (Mai 2009) auf Seite 2.

In der Schule sind ziemlich viele verschiedene Menschen zusammen gesperrt. Klar das dort auch geredet wird, ein Teil nennt sich Unterricht aber der größere und meist interessantere Teil der Gespräche dreht sich um Fußball, Shopping, die Action vom letzten oder die Party-Tour vom nächsten Wochenende. Doch es gibt ein Killer-Thema, das selbst der entspanntesten Atmosphäre eines jähes Ende setzt: Politik.

Wer auf dem Schulhof das Thema, stößt zumeist auf taube Ohren oder muss sich Kommentare wie „Hör ma uff mit Politik“, „Geh wech“ oder „Politik sind doch eh allet Spinna“ gefallen lassen. Aber woran liegt das?
Auf jeden Fall liegt das zum einen daran, dass Schüler gar keinen Bock auf Politik haben, weil sich ja eh kaum was ändert und zum anderen daran, dass Politik fast immer von alten Männern und Frauen gemacht wird, deren Auftreten höchstens so aufregend ist wie das 5-stündige Anglotzen eines Schweizer Käses durch ein Fernglas. Kein Wunder, dass viele Jugendliche nur einmal in 4Jahren mit Politik in Berührung kommen, nämlich dann, wenn in der ganzen Stadt plötzlich wieder hunderte Wahlplakate stehen, die sich super als Graffitiwände nutzen lassen.

Nur schade, dass alle Dosen der Welt nicht reichen, um die Realität, die uns schon am nächsten Kiosk einholt, erträglich zu machen. „Deutsche Schüler immer noch zu dumm!“ titelt die eine und „Unsere Jugend säuft zu viel!“ eine andere Zeitung. Alle heulen rum, weil früher alles besser war, fordern von uns mehr Leistung und weniger Chilln, mehr Disziplin und weniger Drogen, mehr Ordnung und weniger Raubkopien. Dass wir ganz andere Interessen und Bedürfnisse haben als Büffeln und Gehorchen, ist für die meisten Politiker entweder unvorstellbar oder geht ihnen total am Arsch vorbei. Aber ist ja auch nicht so wichtig, was wir wollen, einfach schnell ein neues Gesetz gemacht und alle müssen sich dran halten.

Dass Kiffen immer noch illegal ist: Schuld der Politik! Dass das bemalen von langweiligen grauen Wänden eine Sachbeschädigung sein soll: Schuld der Politik! Dass du fürs „raubkopieren“ in den Knast wandern kannst: Schuld der Politik! Und selbst dass Schule meist stinklangweilig ist: Schuld der Politik!
Wie du siehst, ist das ganze Leben durch Politik bestimmt, alles. Denn wie mensch auch bei Wikipedia nachlesen kann, bezeichnet der Politik „hauptsächlich [...] die Gestaltung der Ordnung in der Welt“. Und auch wenn das jetzt erstmal wahnsinnig groß und abstrakt klingt, so ist es doch ganz einfach zu erklären.

Stellen wir uns einfach mal vor, Politik wäre ein einfaches Jump-and-Run Spiel mit 10 Leveln. Die meisten von uns sind eher Noobs und befinden sich in den ersten Leveln und die Pros, also die Merkels und Obamas dieser Welt, haben sich schon in die Level 9 und 10 durchgezockt.

Jetzt gibt es aber einen Punkt, an dem sich die Realität vom Jump-and-Run unterscheidet: Im Game zockt einer, im Reallife alle gleichzeitig. Und so sind im Reallife auch viele Dinge mit einander verknüpft. Wenn ein Spieler gewinnt, verliert ein anderer. Wenn sich jetzt Gruppen, z.B. Unternehmen oder Parteien bilden, die ihre Aktionen abquatschen, so haben die einzelnen Gruppenmitglieder bessere Chancen zu gewinnen, das Risiko für den Einzelnen, also dich und mich, sinkt und vielleicht können wir zusammen ein neues Level erreichen. Um also etwas zu verändern, ist es notwendig sich zu organisieren. Um zum Beispiel das Schulsystem zu verbessern, müssen sich Schüler, Lehrer und Eltern zusammenschließen und ihrem Ärger gemeinsam Luft machen. Also bildet euch, bildet andere, bildet Banden. Sprüht (mit Sprühkreide) den Schulstreiktermin an eure Schule, malt Transparente, macht Straßentheater oder sonst was, seid kreativ, laut und viele.

Von: Marietta Smoska