Richtigstellung von Äußerungungen bzgl. Israel

In den vergangenen Tagen kam es teilweise zu Nachfragen, wie Äußerungen z.B. in der Jerusalem Post bezüglich des Staates Israel zu verstehen seien.

Um Missverständnissen vorzubeugen, möchten wir folgendes klarstellen:
Es gehörte niemals und gehört auch jetzt nicht zur Position der SchülerInnen-Initiative “Bildungsblockaden einreißen!” oder dort aktiven Menschen, dem Staat Israel speziell das Existenzrecht abzusprechen. Das wurde auch nie von Aktivisten der Initiative so dargestellt.
Wir sind eine Initiative, die versucht gegen die zahlreichen Missstände im Bildungssystem aktiv zu werden.

Eine detaillierte Stellungnahme zur Beschädigung der Ausstellung “Verraten und Verkauft” in der Humboldt-Universität ist in Form eines Offenen Briefs hier zu finden.

Offener Brief von „Bildungsblockaden einreißen!“ bezüglich der Ausstellung „Verraten und Verkauft.” in der HU

Berlin, den 13.11.2008
An:
Die Studierenden, Beschäftigten und BesucherInnen der
Humboldt-Universität Berlin
Die Mitglieder und den Vorstand von Aktives Museum Faschismus und Widerstand e.V.

Offener Brief der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ bezüglich der Beschädigung der Ausstellung „Verraten und Verkauft. Jüdische Unternehmen in Berlin 1933-1945“ in der HU am 12.11.2008

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Situation an Schulen ist schlecht. Und sie wird schlechter. Seit einiger Zeit gibt es eine wachsende Protestbewegung in Berlin und mittlerweile auch zahlreichen anderen Städten. Die berliner SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ fordert neben der Rücknahme von zahlreichen Sparmaßnahmen zu Lasten der Schülerinnen und Schüler, wie z.B. dem Abitur in 12 Jahren, den Klassengrößen von oft über 30 Schülern, eine gerechte Bildung für alle, die sich an den individuellen Bedürfnissen und Interessen der Schülerinnen und Schüler orientiert. Konkret verlangen wir die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems, die Wiederherstellung der Lernmittelfreiheit und eine individuelle Bildung. Diese grundsätzlichen Positionen beziehen sich natürlich auch auf Hochschulen, weshalb wir Studiengebühren jeglicher Art ablehnen und ausreichend Studienplätze fordern.

Um diese und weitere Forderungen lautstark kund zu tun und die Bildungsmisere gesellschaftlich zu thematisieren sind vergangenen Mittwoch über 100.000 Schülerinnen und Schüler bundesweit auf der Straße gewesen.

Bei der Demonstration in Berlin kam es während der Zwischenkundgebung zu Zwischenfällen, bei denen einige wenige SchülerInnen eine Ausstellung im Eingangsbereich der Humboldt-Universität mit dem Titel „Verraten und Verkauft. Jüdische Unternehmen in Berlin 1933-1945“ beschädigten.

Es gehört zu den selbstverständlichen Grundsätzen der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“, dass wir Toleranz gegenüber Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen, anderer oder ohne Religionszugehörigkeit, anderen Meinungen, anderen ethnischen Zugehörigkeiten und anderen Herkunftsländern für einen der wichtigsten Werte menschlichen Zusammenlebens halten. Homophobie, Xenophobie, Rassismus oder Antisemitismus sind damit absolut unvereinbar.

Auch deswegen unterstützen wir alle Informationsangebote, die die Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des NS-Regimes thematisieren. Auch deswegen verurteilen wir die Beschädigung der Ausstellung ausdrücklich.

An der Demonstration in Berlin nahmen, unseren Schätzungen nach, etwa 10.000 SchülerInnen teil. Unseren Informationen zufolge handelte es sich bei den Beschädigungen auf die Ausstellung jedoch nicht um gezielte Taten, sondern um die Folge einer über lange Zeit aufgestaute Wut bei SchülerInnen, von denen einige – ohne über die Form oder das Ziel ihrer Aggression nachzudenken – ihre Wut an den Plakaten ausgelassen haben.

Unserer Meinung nach ist das auf keinen Fall eine Entschuldigung für die Vorkommnisse.

Wir möchten der Humboldt-Universität und dem Verein Aktives Museum Faschismus und Widerstand e.V. hiermit ausdrücklich anbieten, einen Beitrag beim Wiederaufbau der Ausstellung zu leisten oder anderweitig den entstandenen Schaden wieder gutzumachen.

Wir möchten nach wie vor zusammen mit den Studierenden und Beschäftigten an Hochschulen in die Diskussion über die derzeitigen Entwicklungen in der Bildungspolitik, da unserer Meinung nach an den Hochschulen sehr ähnliche Probleme wie im sonstigen Bildungssektor vorhanden sind. Diese Probleme möchten wir zusammen mit allen anderen Beteiligten an Schulen und Hochschulen thematisieren und bekämpfen.

Mit freundlichen Grüßen

SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“

[Be!] 104.950 Schüler demonstrieren für bessere Bildung

Pressemitteilung der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“, Berlin, den 12. November 2008

Am heutigen Mittwoch haben rund 104.950 Schüler in 38 Städten für eine grundlegende Wende in der Bildungspolitik demonstriert. Die Schüler fordern unter anderem kostenlose Bildung für alle und ausreichend Personal für individuelle Förderung und wesentlich kleinere Klassen. In Berlin waren 8.000 Schüler auf der Straße

Vor genau drei Wochen haben Politiker in Dresden öffentlichkeitswirksam ihre Hilfe angekündigt. Vor exakt fünf Monaten demonstrierten in einigen Städten Deutschlands bereits über 30.000 Schüler, nachdem in Berlin schon 8.000 ihrem Unmut Luft gemacht hatten. Doch anstatt auf deren Forderungen einzugehen gab es von Seiten der Politik nur leere Worthülsen, die Wiederholung längst gegebener Versprechen und mickrige Finanzzusagen, deren Einhaltung und Gestaltung ungewiss sind.

„Die Politiker haben wieder einmal über die Köpfe von uns Betroffenen hinweg diskutiert, anstatt die Probleme der Schüler anzugehen! Es ist offensichtlich, dass wir unsere Probleme selbst in die Hand nehmen müssen, wenn sich etwas ändern soll“, erklärt Niklas Wuchenauer, Ratsmitglied der LandesSchüler_innenVertretung Berlin.

Die berliner Schülerinitiative fordert:
* Kostenlose Bildung für alle – Die Wiedereinführung der Lernmittelfreiheit!
* Eine Schule für Alle – Weg mit dem dreigliedrigen Schulsystem!
* Nein zu Studien- und Schulgebühren jeglicher Art! Studien- und Ausbildungsplätze für alle!
* Kleinere Klassen – Deutlich mehr LehrerInnen für pädagogisch sinnvolle Gruppengrößen! Zusätzlich: Die Rücknahme der Arbeitszeitverlängerungen der letzten Jahre bei vollem Lohn- und Personalausgleich!
* Nein zum Super-Stress – Die Rücknahme des Abiturs nach 12 Jahren! Nein zu Vergleichsarbeiten!
* Nein zu Sponsoring und Bildungsprivatisierung – Für eine bedarfsgerechte Ausstattung von Schulen, Bildungs- und Jugendeinrichtungen!

In den einzelnen Städten demonstrierten (alphabetisch):

Aachen: 1.000
Ahrensburg: 1.700
Bad Wildungen:
Berlin: 8.000
Bonn: 5.000
Braunschweig: 10.000
Bremen: 7.000
Bremerhaven: 4.000
Cuxhaven: 400
Duisburg: 500
Erfurt: 400
Essen: 1.000 (am 13.11.)
Freiberg: 100
Frankenberg: 800
Frankfurt (Main): 4.000
Gießen: 3.000
Gifthorn: 1.500
Glinde: 700
Göttingen: 3.000
Gotha:
Güthersloh: 650
Hamburg: 8.000
Hannover: 8.500
Jena: 900
Kassel: 3.000
Köln: 2.000
Kiel: 4.500
Laupheim: 500
Lübeck: 2.000
Lünneburg: 5.000
Minden (Westf.):
München: 2.000
Neuruppin: 1.000
Northeim: 1.500
Northeim: 400
Nürnberg: 3.000
Oldenburg: 4.000
Paderborn:
Potsdam: Teilnahme in Berlin
Rostock: 5.000
Schaumburg: Teilnahme in Hannover
Schmölln (Thüringen): Teilnahme in Jena
Stralsund: 500
Stuttgart: 8.000

[Be!] Geld und Lehrer statt PR und Leistungsdruck

Pressemitteilung der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“, Berlin, den 10. Oktober 2008

  • „Bildungsblockaden einreißen!“ rüstet zum bundesweiten Schülerstreik am 12. November
  • Konferenz für den 10. - 12. Oktober geplant

Politiker aller etablierten Parteien haben ihr Herz für Bildung entdeckt. Angela Merkel versucht mit ihrer Bildungstour zu punkten, die SPD will „Bildungspartei“ Deutschlands werden und die Grünen fordern gar die „Bildungsrevolution“. „Doch sie reden über unsere Köpfe hinweg. Statt warmen Worten und tollen PR-Veranstaltungen brauchen wir mehr Geld und ausreichend Lehrerinnen und Lehrer. Schulen dürfen nicht zu Lernfabriken verkommen!“ sagt Jenny Trost von der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“

Die SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ fordert unter anderem kostenlose Bildung von der KiTa bis zur Volkshochschule. Das Bündnis setzt sich ein für die Begrenzung der Klassengröße auf maximal 20 SchülerInnen und als ersten Schritt dorthin die sofortige Einstellung von 100.000 LehrerInnen bundesweit. Der Forderung des DGB nach 30 Milliarden Euro Mehrausgaben im Bildungswesen schließt sich „Bildungsblockaden einreißen!“ an.

„Wir wissen, dass diese Forderungen erst durchgesetzt werden, wenn die Schülerinnen und Schüler lautstark auf ihre Situation aufmerksam machen. Deshalb rufen wir bundesweit zu einem Schülerstreik am 12. November auf. Zur Vorbereitung wird es eine bundesweite SchülerInnenkonferenz vom 10. - 12. Oktober geben. Den Aufruf dazu haben bereits 209 Organisationen und Einzelpersonen unterschrieben. Unter anderem René Rudolf, DGB Bundesjugendsekretär, DGB-Jugenden Sachsen, Niedersachsen, Berlin-Brandenburg, GEW-Berlin, Linksjugend ['solid] Baden-Württemberg, NRW, Sachsen, Stuttgart, das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren sowie zahlreiche Schülervertretungen und Schüleraktionsgruppen aus vielen Städten.“ so Jenny Trost.

Auf der Konferenz wird mit mehreren hundert SchülerInnen und VertreterInnen aus der ganzen Bundesrepublik gerechnet. Gemeinsam werden sie die Vorbereitung des Streiks und die nächsten Schritte der SchülerInnenbewegung diskutieren.

Die gesamte UnterzeichnerInnenliste befindet sich unter http://www.schulaction.org/aufruf.php

[Be!] Zöllner bei Schülern durchgefallen

Anlässlich der Zeugnisausgabe an den Berliner Schulen, hat das SchülerInnenbündnis „Bildungsblockaden einreißen“ dazu aufgerufen, Bildungssenator Zöllner für sein Schuljahr zu bewerten. Die Situation an den Berliner Schulen ist noch immer miserabel. Das dreigliedrige Schulsystem verschärft die soziale Ungleichheit. Noch immer fallen zahlreiche Unterrichtsstunden aufgrund des Lehrermangels aus. Die angekündigte Einstellung von nicht einmal 300 LehrerInnen wird die Situation nicht ausreichend verbessern. „Statt die Schulen ausreichend auszustatten, setzt sie der Schulsenator unter Druck, Lehrer aus dem privaten Sektor, anzustellen“, sagt Lee Hielscher von der Landesschülervertretung Berlin.

Die ungewöhnlich guten Noten des Abiturs diesen Jahres basieren auf neuen Notenskalen, welche die Statistik schönen. Sie bedeuten für diejenigen, die in den letzten Jahren keinen Ausbildungs- oder Studiumsplatz bekommen haben, verschlechterte Bedingungen. Gleichzeitig wirft die Stadt für neue Imagekampagnen wie „BeBerlin“ Millionen aus dem Fenster. Dagegen protestierten diesen Montag Schülerinnen und Schüler vor dem Roten Rathaus.

Das Bündnis Bildungsblockaden Einreißen erinnerte mit der Aktion auch an das Ultimatum zu Beginn des neuen Schuljahres, dass am 12. Juni übergeben wurde. Bisher gab es noch keine Antwort oder Vorbereitungen diese Forderungen zu erfüllen. Für den 12. November ist ein bundesweiter Schulstreik geplant.

[Be!] Gegliedertes Schulsystem zementiert soziale Ungleichheit

Pressemitteilung der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“, Berlin, den 13. Juni 2008

  • Gegliedertes Schulsystem zementiert soziale Ungleichheiten
  • Ultimatum an Berliner Senatsverwaltung gestellt

Die SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ fordert die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems. „Es ist Fakt, dass unser gegliedertes Schulsystem Jugendliche aus sozial schwächeren Schichten oder mit Migrationshintergrund massiv ausgrenzt“, kritisiert Lee Hielscher von der Landesschülervertretung Berlins. „Anstatt Leistungsschwächere einfach ohne Perspektive allein zu lassen müssen gerade sie in einem sozialen Bildungssystem besonders gefördert werden.“

„Zahlreiche Studien belegen, dass ein gutes, gerechtes und individuelles Lernen nur in einem eingliedrigen Schulsystem möglich ist. Die Politik muss das endlich einsehen!“, erklärt Thomas Isensee vom Gesamtschulenverband GGG. Sogar in einer Expertise im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung steht „Statt die Schüler/innen präventiv in ihrer Lernentwicklung zu stärken und bei Lernproblemen zu fördern, werden sie – verbunden mit Versagenszuschreibungen und Stigmatisierungen – aussortiert. Damit wird der hierarchische Charakter des gegliederten Systems offensichtlich.“ 1

Am vergangenen Donnerstag hat die SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung ein Ultimatum gestellt. „Es ist höchste Zeit, um allen Zugang zu Bildung zu verschaffen – unabhängig vom Geldbeutel!“, sagt Lee Hielscher. Deshalb fordert die Initiative die sofortige Wiedereinführung der Lernmittelfreiheit, die Rücknahme des Abiturs in 12 Jahren und die sofortige Einstellung von 3000 LehrerInnen. „Die Schülerinnen und Schüler werden jeden Tag mit dem maroden Bildungssystem konfrontiert. Statt individuellem und personlichem Lernen nach Interesse wird ausschließlich versucht, ihnen möglichst viel Stoff in immer weniger Zeit einzutrichtern und möglichst viel von den Kosten auf die Schülerinnen und Schüler umzulegen – besonders zu Lasten von sozial Schwachen“, erklärt Janine Hassel. „Wenn die Verantwortlichen die Probleme weiter ignorieren, wird es im Herbst Aktionstage mit Streiks in ganz Deutschland geben.“

Die gleichen Probleme existieren auch an den Hochschulen. Durch die Einführung des Bachelor-/Master-Systems wächst der Leistungsdruck auf die Studierenden immer mehr und die Möglichkeiten zum kritischen und selbstbestimmten Studieren schrumpfen. „Die soziale Auslese ist auch hier deutlich zu sehen“, sagt Stefan Bommer von der Freien Universität Berlin. Deswegen wird die sofortige Verlängerung des Bachelors auf 8 Semester, ein unbeschränkter Masterzugang für alle Studierenden und generell die Abschaffung des Numerus Clausus gefordert.

Die symbolische Übergabe des Ultimatums an Herrn Stryck von der Senatsverwaltung für Bildung, wissenschaft und Forschung am Donnerstag fand im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages statt, zu dem das Bundesweite Schulstreikbündnis aufgerufen hatte. In etwa einem Dutzend Städten demonstrierten rund 15.000 Schülerinnen und Schüler für individuelleres Lernen, bessere Ausstattungen von Bildungseinrichtungen und kostenlose Bildung.

1 Pilotphase für die Gemeinschaftsschule in Berlin - Expertise zur Implementation und Gestaltung der Gemeinschaftsschule in Berlin; Prof. Dr. Heinz Günter Holtappels (Technische Universität Dortmunds); Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS)

[Be!] Schüler illegal eingesperrt | Bundesweiter Aktionstag am 12. Juni

Pressemitteilung der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“, Berlin, den 4.  Juni 2008

  • SchülerInnen wurden in Schulen illegal eingesperrt
  • Bundesweiter Aktionstag am 12. Juni für bessere und gerechte Bildung

Am. 22. Mai protestierten 8000 SchülerInnen und Studierende gegen das dreigliedrige Schulsystem und zahlreiche Sparmaßnahmen, wie zum Beispiel das verkürzte Abitur in 12 Jahren. „Wegen der völlig überfüllten Klassen ist eine individuelle Förderung unmöglich. Auch deshalb bleiben immer mehr Schüler auf der Strecke“, erklärt Simon Jaltcek von der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“, die zu diesem Streik- und Protesttag aufgerufen hatte. „Wir werden das nicht länger hinnehmen, die Politik muss an den Problemen endlich etwas ändern! Daran können uns auch Versuche einzelner Lehrkräfte und aus der Verwaltung, die Proteste zu unterbinden, nicht hindern!“

„Viele SchülerInnen mussten, um zur Demonstration kommen zu können, über Zäune klettern oder aus Fenstern springen, weil ihre Schulleiter die Türen abgeschlossen hatte“, kritisiert Niklas Wuchenauer von der Landesschülervertretung Berlin. „An der Mendelssohn-Bartholdy-Schule in Pankow wurden trotz Feueralarm ganze Klassen in Räumen eingesperrt!“, erzählt er empört. „Dass viele Schülerinnen und Schüler sich gegen dieses illegale Verhalten gewehrt haben, zeigt, dass sie bereit sind, energisch für ihre Zukunft und ihre Rechte einzutreten!“, freut sich Julia Sörens von der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“. „Auch am 12. Juni werden wieder tausende SchülerInnen und Studierende in ganz Deutschland demonstrieren.“

Für den 12. Juni sind im gesamten Bundesgebiet Proteste geplant. „In mindestens 10 Städten, darunter Potsdam, Kassel, Hamburg und Tübingen, werden Schülerinnen und Schüler für eine gerechte Bildung auf die Straße gehen!“, erklärt Samuel Signer vom Bundesweiten Schulstreikbündnis. „Wir fordern die Rücknahme des Abiturs in 12 Jahren, kostenfreie Bildung für alle und ein eingliedriges Schulsystem.“ In Berlin wird es an Schulen lokale Aktionen und um 16 Uhr eine Kundgebung vor dem Roten Rathaus geben. Dort soll dem Senat ein Ultimatum mit den Mindestforderungen der Schülerinnen und Schüler für eine vernünftige Bildung gestellt werden.

[Be!] Tausende demonstrieren in Berlin für ein anderes Bildungssystem

Pressemitteilung der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“, Berlin, den 23. Mai 2008

8000 SchülerInnen und Studierende folgten vergangenem Donnerstag einem Aufruf der Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ und demonstrierten in Berlin für bessere Schulen und Universitäten. „Das Bildungssystem muss radikal geändert werden. Statt sozial und leistungsschwache Schüler von besserer Bildung auszuschließen, müssen gerade diese besonders unterstützt werden.“, fordert Stefan Verowski. „Bildung darf nicht vom Geldbeutel abhängen, Lernmittel und Universitätsbesuche müssen kostenfrei sein!“

Mit Parolen wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Bildung klaut!“ machten die Teilnehmer auf die miserablen Zustände an Berlins Bildungseinrichtungen aufmerksam. „Trotz der Ergebnisse der PISA-Studie hat sich nichts geändert. Noch immer werden bis zu 32 Schüler in eine Klasse gequetscht, sodass erfolgreiches Lernen komplett verhindert wird.“, kritisiert die Initiative. Überarbeitete Lehrer und das Express-Abitur in 12 Jahren verschärfen die Probleme zusätzlich. In Universitäten ist es unterdessen zum Alltag geworden, dass Studierende in Seminaren und Vorlesungen auf dem Boden sitzen müssen, da die Räume hoffnungslos überfüllt sind.

Wie schon in den letzten Jahren wurde in etlichen Schulen versucht, die SchülerInnen am Demonstrieren zu hindern. „So wurden zum Beispiel in der Hagenbeck-Schule die Schüler einfach eingesperrt“, berichtet Max Hedweiler von der Landesschülervertretung Berlin empört. „Eigentlich sollen die Schüler und Schülerinnen zu selbstständigem Denken und einer demokratischen Kultur erzogen werden. Faktisch werden kritische Initiativen von Schulleitungen und Senat permanent behindert.“

Während der Demonstration kam es zu Behinderungen durch die Polizei. Insbesondere am Ende kam es vor allem wegen des eskalativen Auftretens der hochgerüsteten Beamten zu Auseinandersetzungen, bei denen etwa ein Dutzend Schülerinnen bzw. Schüler durch Schläge oder Tritte verletzt wurden. Auf Seiten der Polizei gab es keine Verletzten. Es kam zum mindestens 4 Gewahrsamnahmen.

[Be!] „Bildungsblockaden einreißen!“ - Streik und Protesttag für bessere Schulen und Unis am 22. Mai 2008

Pressemitteilung der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“, Berlin, den 16. Mai 2008

Für den 22. Mai organisiert die SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ einen berlinweiten Streik- und Protesttag. Bereits in den letzten Jahren beteiligten sich 10.000 SchülerInnen und Studierende an den Bildungsprotesten. „Bildung muss für Alle umsonst sein, leistungs- und sozial schwache SchülerInnen dürfen nicht von guter Bildung ausgenommen werden. Das dreiglidrige Schulsystem und Studiengebühren müssen abgeschafft werden.“, fordert Marie von der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“.

„Seit Jahren spart der Berliner Senat massiv an Schulen und Unis. Überfüllte Klassenräume und Leistungsdruck sind die Folgen“, erklärt sie. Außerdem werden Kinder aus sozial schwachen Familien vom mehrgliedrigen Schulsystem systematisch diskriminiert, wie schon die PISA-Studien kritisierten. „Wir lassen uns das nicht gefallen! Wir werden am 22. Mai zusammen auf die Straße gehen und uns unter anderem gegen jede Form von Studien- oder Lernmittelgebühren wehren!“, sagt Lee Hielscher von der Landesschülervertretung Berlin.

„Durch die Aussortierung von Schülern in Real- und Hauptschulen werden vor allem Kinder mit Migrationshintergrund oder aus sozial schwachen Familien von einer besseren Bildung ausgeschlossen“, kritisiert Robin von „Bildungsblockaden einreißen!“. „Leistungsschwache Schüler müssen mit leistungsstärkeren Schülern zusammen lernen. Jeder muss dabei nach seinen Bedürfnissen gefördert werden“, fordert er. Auch nach der Schule haben viele Jugendliche keine Zukunft: Wenige finden einen Ausbildungsplatz oder Job. Auch die Hochschulen werden mehr und mehr zu Lernfabriken. Mit dem Bachelor/Master-System wird kritisches Denken in den Lehrplänen durch Berufsvorbereitung ersetzt.

Die SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ ruft für Donnerstag, den 22.05.2008, zu einem berlinweiten Streik- und Protesttag auf. Start der Demonstration ist 11 Uhr, Potsdamer Platz.

Die SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ fordert vom Senat:

Kostenlose Bildung für alle – Die Wiedereinführung der Lernmittelfreiheit!
Nein zu sozialer Ausgrenzung – Weg mit dem dreigliedrigen Schulsystem!
Nein zu Studien- und Schulgebühren jeglicher Art! Studien- und Ausbildungsplätze für alle!
Kleinere Klassen – Die sofortige Einstellung von 3000 LehrerInnen als ersten Schritt! Zusätzlich: Die Rücknahme der Arbeitszeitverlängerungen der letzten Jahre bei vollem Lohn- und Personalausgleich!
Nein zum Super-Stress – Die Rücknahme des Abiturs nach 12 Jahren!
Nein zu Sponsoring und Bildungsprivatisierung – Für eine bedarfsgerechte Ausstattung von Schulen, Bildungs- und Jugendeinrichtungen!