Pressemitteilung der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“, Berlin, den 23. Mai 2008
8000 SchülerInnen und Studierende folgten vergangenem Donnerstag einem Aufruf der Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ und demonstrierten in Berlin für bessere Schulen und Universitäten. „Das Bildungssystem muss radikal geändert werden. Statt sozial und leistungsschwache Schüler von besserer Bildung auszuschließen, müssen gerade diese besonders unterstützt werden.“, fordert Stefan Verowski. „Bildung darf nicht vom Geldbeutel abhängen, Lernmittel und Universitätsbesuche müssen kostenfrei sein!“
Mit Parolen wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Bildung klaut!“ machten die Teilnehmer auf die miserablen Zustände an Berlins Bildungseinrichtungen aufmerksam. „Trotz der Ergebnisse der PISA-Studie hat sich nichts geändert. Noch immer werden bis zu 32 Schüler in eine Klasse gequetscht, sodass erfolgreiches Lernen komplett verhindert wird.“, kritisiert die Initiative. Überarbeitete Lehrer und das Express-Abitur in 12 Jahren verschärfen die Probleme zusätzlich. In Universitäten ist es unterdessen zum Alltag geworden, dass Studierende in Seminaren und Vorlesungen auf dem Boden sitzen müssen, da die Räume hoffnungslos überfüllt sind.
Wie schon in den letzten Jahren wurde in etlichen Schulen versucht, die SchülerInnen am Demonstrieren zu hindern. „So wurden zum Beispiel in der Hagenbeck-Schule die Schüler einfach eingesperrt“, berichtet Max Hedweiler von der Landesschülervertretung Berlin empört. „Eigentlich sollen die Schüler und Schülerinnen zu selbstständigem Denken und einer demokratischen Kultur erzogen werden. Faktisch werden kritische Initiativen von Schulleitungen und Senat permanent behindert.“
Während der Demonstration kam es zu Behinderungen durch die Polizei. Insbesondere am Ende kam es vor allem wegen des eskalativen Auftretens der hochgerüsteten Beamten zu Auseinandersetzungen, bei denen etwa ein Dutzend Schülerinnen bzw. Schüler durch Schläge oder Tritte verletzt wurden. Auf Seiten der Polizei gab es keine Verletzten. Es kam zum mindestens 4 Gewahrsamnahmen.
Pressemitteilung der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“, Berlin, den 16. Mai 2008
Für den 22. Mai organisiert die SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ einen berlinweiten Streik- und Protesttag. Bereits in den letzten Jahren beteiligten sich 10.000 SchülerInnen und Studierende an den Bildungsprotesten. „Bildung muss für Alle umsonst sein, leistungs- und sozial schwache SchülerInnen dürfen nicht von guter Bildung ausgenommen werden. Das dreiglidrige Schulsystem und Studiengebühren müssen abgeschafft werden.“, fordert Marie von der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“.
„Seit Jahren spart der Berliner Senat massiv an Schulen und Unis. Überfüllte Klassenräume und Leistungsdruck sind die Folgen“, erklärt sie. Außerdem werden Kinder aus sozial schwachen Familien vom mehrgliedrigen Schulsystem systematisch diskriminiert, wie schon die PISA-Studien kritisierten. „Wir lassen uns das nicht gefallen! Wir werden am 22. Mai zusammen auf die Straße gehen und uns unter anderem gegen jede Form von Studien- oder Lernmittelgebühren wehren!“, sagt Lee Hielscher von der Landesschülervertretung Berlin.
„Durch die Aussortierung von Schülern in Real- und Hauptschulen werden vor allem Kinder mit Migrationshintergrund oder aus sozial schwachen Familien von einer besseren Bildung ausgeschlossen“, kritisiert Robin von „Bildungsblockaden einreißen!“. „Leistungsschwache Schüler müssen mit leistungsstärkeren Schülern zusammen lernen. Jeder muss dabei nach seinen Bedürfnissen gefördert werden“, fordert er. Auch nach der Schule haben viele Jugendliche keine Zukunft: Wenige finden einen Ausbildungsplatz oder Job. Auch die Hochschulen werden mehr und mehr zu Lernfabriken. Mit dem Bachelor/Master-System wird kritisches Denken in den Lehrplänen durch Berufsvorbereitung ersetzt.
Die SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ ruft für Donnerstag, den 22.05.2008, zu einem berlinweiten Streik- und Protesttag auf. Start der Demonstration ist 11 Uhr, Potsdamer Platz.
Die SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ fordert vom Senat:
Kostenlose Bildung für alle – Die Wiedereinführung der Lernmittelfreiheit!
Nein zu sozialer Ausgrenzung – Weg mit dem dreigliedrigen Schulsystem!
Nein zu Studien- und Schulgebühren jeglicher Art! Studien- und Ausbildungsplätze für alle!
Kleinere Klassen – Die sofortige Einstellung von 3000 LehrerInnen als ersten Schritt! Zusätzlich: Die Rücknahme der Arbeitszeitverlängerungen der letzten Jahre bei vollem Lohn- und Personalausgleich!
Nein zum Super-Stress – Die Rücknahme des Abiturs nach 12 Jahren!
Nein zu Sponsoring und Bildungsprivatisierung – Für eine bedarfsgerechte Ausstattung von Schulen, Bildungs- und Jugendeinrichtungen!