Monthly Archive for November, 2008

Richtigstellung von Äußerungungen bzgl. Israel

In den vergangenen Tagen kam es teilweise zu Nachfragen, wie Äußerungen z.B. in der Jerusalem Post bezüglich des Staates Israel zu verstehen seien.

Um Missverständnissen vorzubeugen, möchten wir folgendes klarstellen:
Es gehörte niemals und gehört auch jetzt nicht zur Position der SchülerInnen-Initiative “Bildungsblockaden einreißen!” oder dort aktiven Menschen, dem Staat Israel speziell das Existenzrecht abzusprechen. Das wurde auch nie von Aktivisten der Initiative so dargestellt.
Wir sind eine Initiative, die versucht gegen die zahlreichen Missstände im Bildungssystem aktiv zu werden.

Eine detaillierte Stellungnahme zur Beschädigung der Ausstellung “Verraten und Verkauft” in der Humboldt-Universität ist in Form eines Offenen Briefs hier zu finden.

Offener Brief von „Bildungsblockaden einreißen!“ bezüglich der Ausstellung „Verraten und Verkauft.” in der HU

Berlin, den 13.11.2008
An:
Die Studierenden, Beschäftigten und BesucherInnen der
Humboldt-Universität Berlin
Die Mitglieder und den Vorstand von Aktives Museum Faschismus und Widerstand e.V.

Offener Brief der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ bezüglich der Beschädigung der Ausstellung „Verraten und Verkauft. Jüdische Unternehmen in Berlin 1933-1945“ in der HU am 12.11.2008

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Situation an Schulen ist schlecht. Und sie wird schlechter. Seit einiger Zeit gibt es eine wachsende Protestbewegung in Berlin und mittlerweile auch zahlreichen anderen Städten. Die berliner SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ fordert neben der Rücknahme von zahlreichen Sparmaßnahmen zu Lasten der Schülerinnen und Schüler, wie z.B. dem Abitur in 12 Jahren, den Klassengrößen von oft über 30 Schülern, eine gerechte Bildung für alle, die sich an den individuellen Bedürfnissen und Interessen der Schülerinnen und Schüler orientiert. Konkret verlangen wir die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems, die Wiederherstellung der Lernmittelfreiheit und eine individuelle Bildung. Diese grundsätzlichen Positionen beziehen sich natürlich auch auf Hochschulen, weshalb wir Studiengebühren jeglicher Art ablehnen und ausreichend Studienplätze fordern.

Um diese und weitere Forderungen lautstark kund zu tun und die Bildungsmisere gesellschaftlich zu thematisieren sind vergangenen Mittwoch über 100.000 Schülerinnen und Schüler bundesweit auf der Straße gewesen.

Bei der Demonstration in Berlin kam es während der Zwischenkundgebung zu Zwischenfällen, bei denen einige wenige SchülerInnen eine Ausstellung im Eingangsbereich der Humboldt-Universität mit dem Titel „Verraten und Verkauft. Jüdische Unternehmen in Berlin 1933-1945“ beschädigten.

Es gehört zu den selbstverständlichen Grundsätzen der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“, dass wir Toleranz gegenüber Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen, anderer oder ohne Religionszugehörigkeit, anderen Meinungen, anderen ethnischen Zugehörigkeiten und anderen Herkunftsländern für einen der wichtigsten Werte menschlichen Zusammenlebens halten. Homophobie, Xenophobie, Rassismus oder Antisemitismus sind damit absolut unvereinbar.

Auch deswegen unterstützen wir alle Informationsangebote, die die Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des NS-Regimes thematisieren. Auch deswegen verurteilen wir die Beschädigung der Ausstellung ausdrücklich.

An der Demonstration in Berlin nahmen, unseren Schätzungen nach, etwa 10.000 SchülerInnen teil. Unseren Informationen zufolge handelte es sich bei den Beschädigungen auf die Ausstellung jedoch nicht um gezielte Taten, sondern um die Folge einer über lange Zeit aufgestaute Wut bei SchülerInnen, von denen einige – ohne über die Form oder das Ziel ihrer Aggression nachzudenken – ihre Wut an den Plakaten ausgelassen haben.

Unserer Meinung nach ist das auf keinen Fall eine Entschuldigung für die Vorkommnisse.

Wir möchten der Humboldt-Universität und dem Verein Aktives Museum Faschismus und Widerstand e.V. hiermit ausdrücklich anbieten, einen Beitrag beim Wiederaufbau der Ausstellung zu leisten oder anderweitig den entstandenen Schaden wieder gutzumachen.

Wir möchten nach wie vor zusammen mit den Studierenden und Beschäftigten an Hochschulen in die Diskussion über die derzeitigen Entwicklungen in der Bildungspolitik, da unserer Meinung nach an den Hochschulen sehr ähnliche Probleme wie im sonstigen Bildungssektor vorhanden sind. Diese Probleme möchten wir zusammen mit allen anderen Beteiligten an Schulen und Hochschulen thematisieren und bekämpfen.

Mit freundlichen Grüßen

SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“

[Be!] 104.950 Schüler demonstrieren für bessere Bildung

Pressemitteilung der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“, Berlin, den 12. November 2008

Am heutigen Mittwoch haben rund 104.950 Schüler in 38 Städten für eine grundlegende Wende in der Bildungspolitik demonstriert. Die Schüler fordern unter anderem kostenlose Bildung für alle und ausreichend Personal für individuelle Förderung und wesentlich kleinere Klassen. In Berlin waren 8.000 Schüler auf der Straße

Vor genau drei Wochen haben Politiker in Dresden öffentlichkeitswirksam ihre Hilfe angekündigt. Vor exakt fünf Monaten demonstrierten in einigen Städten Deutschlands bereits über 30.000 Schüler, nachdem in Berlin schon 8.000 ihrem Unmut Luft gemacht hatten. Doch anstatt auf deren Forderungen einzugehen gab es von Seiten der Politik nur leere Worthülsen, die Wiederholung längst gegebener Versprechen und mickrige Finanzzusagen, deren Einhaltung und Gestaltung ungewiss sind.

„Die Politiker haben wieder einmal über die Köpfe von uns Betroffenen hinweg diskutiert, anstatt die Probleme der Schüler anzugehen! Es ist offensichtlich, dass wir unsere Probleme selbst in die Hand nehmen müssen, wenn sich etwas ändern soll“, erklärt Niklas Wuchenauer, Ratsmitglied der LandesSchüler_innenVertretung Berlin.

Die berliner Schülerinitiative fordert:
* Kostenlose Bildung für alle – Die Wiedereinführung der Lernmittelfreiheit!
* Eine Schule für Alle – Weg mit dem dreigliedrigen Schulsystem!
* Nein zu Studien- und Schulgebühren jeglicher Art! Studien- und Ausbildungsplätze für alle!
* Kleinere Klassen – Deutlich mehr LehrerInnen für pädagogisch sinnvolle Gruppengrößen! Zusätzlich: Die Rücknahme der Arbeitszeitverlängerungen der letzten Jahre bei vollem Lohn- und Personalausgleich!
* Nein zum Super-Stress – Die Rücknahme des Abiturs nach 12 Jahren! Nein zu Vergleichsarbeiten!
* Nein zu Sponsoring und Bildungsprivatisierung – Für eine bedarfsgerechte Ausstattung von Schulen, Bildungs- und Jugendeinrichtungen!

In den einzelnen Städten demonstrierten (alphabetisch):

Aachen: 1.000
Ahrensburg: 1.700
Bad Wildungen:
Berlin: 8.000
Bonn: 5.000
Braunschweig: 10.000
Bremen: 7.000
Bremerhaven: 4.000
Cuxhaven: 400
Duisburg: 500
Erfurt: 400
Essen: 1.000 (am 13.11.)
Freiberg: 100
Frankenberg: 800
Frankfurt (Main): 4.000
Gießen: 3.000
Gifthorn: 1.500
Glinde: 700
Göttingen: 3.000
Gotha:
Güthersloh: 650
Hamburg: 8.000
Hannover: 8.500
Jena: 900
Kassel: 3.000
Köln: 2.000
Kiel: 4.500
Laupheim: 500
Lübeck: 2.000
Lünneburg: 5.000
Minden (Westf.):
München: 2.000
Neuruppin: 1.000
Northeim: 1.500
Northeim: 400
Nürnberg: 3.000
Oldenburg: 4.000
Paderborn:
Potsdam: Teilnahme in Berlin
Rostock: 5.000
Schaumburg: Teilnahme in Hannover
Schmölln (Thüringen): Teilnahme in Jena
Stralsund: 500
Stuttgart: 8.000