Gegen Perspektivlosigkeit und Leistungsterror!
Der Wecker klingelt. Vor einem liegen 7 Stunden Unterricht. In hoffnungslos überfüllten Klassen sollen wir uns den Stoff von jetzt auf gleich merken und am besten nie wieder vergessen – ob wir uns dafür interessieren, oder wenigstens kapieren, was uns da so erklärt wird, ist egal. Und so geht der Stress dann auch nach der Schule meistens weiter: Hausaufgaben, Tests oder Arbeiten vorbereiten – zu tun gibt es viel, wenn man „später mal einen Job bekommen und nicht mit Hartz IV vor sich hinvegetieren will“, wie die Lehrer uns immer wieder eintrichtern.
Der Leistungsdruck hat dabei in den letzten Jahren für viele sogar noch zugenommen. An den Haupt- und Realschulen haben viele überhaupt keine Perspektive mehr und sollen mit autoritären Methoden trotzdem diszipliniert werden. An den Gymnasien wurde gerade die Abiturzeit von 13 auf 12 Jahre verkürzt, das bedeutet in erster Linie mehr Stoff in weniger Zeit. Ob an Haupt-, Real, Berufsschulen oder Gymnasien: Die Konkurrenz um Abschlüsse, Jobs und Noten hat sich verschärft und von Selbstbestimmung ist dieses Bildungssystem meilenweit entfernt.
Stattdessen wird nach der 6. Klasse selektiert und die SchülerInnen in 3 Kategorien von „clever“ bis „Versager“ eingeteilt und schon dadurch dazu gemacht. Dass vor allem sozial Schwache und Menschen mit Migrationshintergrund auf dem gesellschaftlichen Abstellgleis Hauptschule landen, zeigt die ganze Brutalität dieses Systems. Von Chancengleichheit kann keine Rede sein. Dass es bald nur noch 2 statt 3 Schultypen geben wird, macht das ganze auch nicht besser.
Schluss mit der Scheiße!
Bildet euch, bildet andere, bildet Banden!
Schul- und Bildungsstreik | 9. Juni 2010 | 12:00 | Rotes Rathaus
Plakate, Flyer und Sticker zum Schul- und Bildungsstreik können im Buchladen Schwarze Risse (Kreuzberg: Gneisenaustr. 2a, 2. Hinterhof, U Mehringdamm / Prenzl’Berg: Kastanienallee 85, U Eberswalder Str.) und im RedStuff (Waldemarstr. 110, U Görlitzer Bahnhof) abgeholt werden. Weiterlesen…
Am 10. Dezember wollen sich die Bildungsminister aller Bundesländer zur Kultusministerkonferenz (KMK) in Bonn treffen. Seit Jahren werden dort die “Reformen” in der Bildung geplant und koordiniert. Neben der Einführung des Abiturs in 12 Jahren, was für Millionen SchülerInnen extremen Lernstreß bedeutet hat, gehen auch die