Berlin, den 14. November 2011
Sehr geehrter Herr Dr. Jürgen Zöllner,
die Situation für die Schülerinnen und Schüler in Berlin hat sich in den vergangen Jahren nicht verbessert. Die Perspektive für Berliner Schülerinnen und Schüler auf ein auskömmliches Leben in weite Ferne gerückt. Auch die Einführung der Sekundarschule hat eher zu Verschlechterungen der Situation Jugendlicher geführt.
Für viele Schülerinnen und Schüler bedeutet das Ende der Schulzeit den Anfang der Aussichtslosigkeit: In Berlin fehlten im September 2011 nach den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit fast 5000 Ausbildungsplätze. Die Tausende an Jugendlichen die in unvergüteten Warteschleifen sitzen sind da noch nicht mitgezählt. Auch für Abiturienten hat sich die Situation verschärft. An den großen Universitäten in Berlin ist kaum noch ein Jugendlicher mit einem Numerus Clausus von größer als 1,3 in Studiengängen zugelassen. Wir fordern den Berliner Senat auf, dem verstärkten Andrang von Schülerinnen und Schülern auf Universitäten und Ausbildungsbetriebe durch die Abschaffung der Zulassungsbeschränkung und den Ausbau der Studien- und Ausbildungsplätze politische Maßnahmen entgegenzusetzen. Zwangsexmatrikulation und Zugangsbeschränkung bei Masterstudiengängen für mehr Kapazitäten im Bachelorbereich sind dabei keine Lösung.
Auch die Selektion im Berliner Schulsystem führt einen Teil der Berliner Schülerschaft systematisch in die Perspektivlosigkeit. Continue reading ‘Offener Brief an den Berliner Bildungssenator’