Mit mehreren Schul- und Bildungsstreiks seit 2006 haben z.T. zehntausende SchülerInnen und Studierende ihren Unmut über Leistungsdruck, Selektion und viel zu große Klassen Luft gemacht. Trotz aufwändiger und erfolgreicher Mobilisierungen zu Großdemonstrationen sind wir von einer umfassenden Bewegung gerade unter den SchülerInnen noch immer weit entfernt. Um das zu ändern, laden wir alle Interessierten am 09.03 um 18 Uhr zum Wiederbelebungstreffen der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ in den Mehringhof ein, um über Erfolge und Fehler, Potentiale und vor allem Perspektiven der SchülerInnen-Proteste zu diskutieren.
Planungs- und Perspektiventreffen | 9.03.10 | 18:00 | Mehringhof (Gneisenaustr. 2a)
Das Militär ist kein normaler Arbeitgeber!
Am 26ten März sollen Schüler_innen der Kursoberstufe des Schadow-Gymnasiums (an dem Bücher des “Militärgeschichtlichen Forschungsamtes” der Bundeswehr als Unterrichtsmaterialien eingesetzt werden) im Rahmen eines „Beratungstages“ über Berufsperspektiven informiert werden.
Im Bereich „Militärlaufbahn“ ist die Bundeswehr bei der jährlich stattfindenden Veranstaltung eine gern gesehener Partnerin und auch abseits davon sind Jugendoffiziere willkommene Referenten: 2009 durften sie den Schüler_innen zuletzt die militärische Situation (und Notwendigkeit) der deutschen Auslandseinsätze (Schwerpunkt Afghanistan) erläutern. In der Regel besteht bei derartigen Veranstaltungen Anwesenheitspflicht!
Wir wollen widersprechen, denn die alleinige Aufgabe von Militärapparaten ist Vorbereitung, Bereitschaft und Durchführung von Krieg. Die Aufgabe von Jugendoffizieren ist die Herstellung von Akzeptanz und Befürwortung von Bundeswehr und Wehrpflicht (im Militärsprech: “Erhaltung und Festigung des Grundkonsens über die Sicherheits- und Verteidigungspolitik Deutschlands”).
Ein solcher “Grundkonsens” existiert jedoch weder in den Ländern, in denen Deutschland Krieg führt, noch an der “Heimatfront”! Die große Mehrheit in Deutschland lehnt sowohl den Afghanistan-Einsatz als auch die Wehrpflicht, die schlicht Zwangsarbeit darstellt, ab. Die propagierte “Militärlaufbahn” ist eine Ausbildung zum Morden (und immer öfter auch Sterben)!
Und so wollen auch wir der Bundeswehr am 26ten März nicht das “Feld” überlassen und rufen alle Schüler_innen, Bildungsaktivist_innen, Lehrer_innen, Eltern, Friedensbewegte und Antimilitarist_innen zur Teilnahme an einer Kundgebung vor der Schule und kreativen Störaktionen auf.
Weitere Infos: http://klassenkampfsw.kl.funpic.de/Klassenkampf%20-%20HP/start.html
Kundgebung | 26.03.10 | 10:00 | Schadow-Gymnasium (Beuckestr. 27-29)
Helm ab, Hirn rein und dann raus aus Schule und Uni!
Am 19. Juni 2009 wurde Benjamin, der sich seit mehreren Monaten in der SchülerInnen-Initiative „Bildungsblockaden einreißen!“ engagiert, im Bahnhof Alexanderplatz verhaftet. Zusammen mit mehreren Tausend Schüler_innen und Studierenden hatte er zuvor gegen die Kultusministerkonferenz (KMK) demonstriert, die am letzten Tag der Bildungsstreik-Aktionswoche in Berlin tagte. Noch in der Polizeiwanne wurde er von mehreren Hundertschaftsbullen verprügelt, wie ein ärztliches Attest beweist. Jetzt soll er verurteilt werden, weil er diese spontante Demonstration angeblich „angeführt“ haben soll, weil er ein Megaphon dabei hatte und sich laut Polizei nicht freiwillig habe verprügeln lassen (im Polizeisprech nennt sich sowas „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“). Dieser Übergriff ist ein weiterer Versuch, Schulstreiker_innen zu kriminalisieren und einzuschüchtern. Der Prozess gegen Benjamin wurde verschoben und findet jetzt am 10. März statt. Wir fordern die Staatsanwaltschaft auf, die Anklage umgehend fallen zu lassen und endlich mit der Kriminalisierung der Bildungsproteste aufzuhören!
Betroffen ist einer - gemeint sind wir alle!
Weitere Infos: Eine kleine Geschichte der Repression, Pressemitteilung von “Bildungsblockaden einreißen!” zum Prozess gegen Benjamin